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Pflegegrade & Anträge

MD-Begutachtung vorbereiten: Checkliste für Angehörige

Der Medizinische Dienst kommt zur Pflegegrad-Begutachtung. Was Sie vorher tun sollten, welche Unterlagen wichtig sind und welche Fragen beim Termin gestellt werden – kompakt erklärt.

15. Juni 2026

Angehoerige und aelterer Mensch bereiten sich mit einer Checkliste auf die Begutachtung vor

Der Antrag auf einen Pflegegrad ist gestellt – jetzt kommt der Termin mit dem Medizinischen Dienst (früher MDK). Ein Gutachter besucht die pflegebedürftige Person zu Hause, beobachtet, fragt und bewertet. Das Ergebnis entscheidet über alle weiteren Leistungen. Wer den Termin gut vorbereitet, vermeidet, dass wichtige Faktoren übersehen werden.

Wer kommt, wie lange dauert es?

Es kommt ein Gutachter oder eine Gutachterin – meist eine Pflegefachkraft oder Ärztin, in Ausnahmefällen ein Arzt. Der Termin dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Sie wollen die Person in ihrer gewohnten Umgebung erleben. Daher unbedingt zu Hause empfangen, nicht im Krankenhaus oder bei den Kindern.

Die 6 Module: was bewertet wird

Die Begutachtung folgt einem festen Schema mit sechs Modulen. Jedes Modul wird mit Punkten bewertet, am Ende fließen die Punkte gewichtet in den Pflegegrad ein.

  • Modul 1 – Mobilität (10 % Gewichtung): Aufstehen, Treppe steigen, Gehen
  • Modul 2 – Kognitive Fähigkeiten (7,5 %): Erinnerung, Orientierung, Verstehen
  • Modul 3 – Verhalten und Psyche (7,5 %): Unruhe, Angst, Aggression
  • Modul 4 – Selbstversorgung (40 %): Waschen, Anziehen, Essen, Toilette – das wichtigste Modul
  • Modul 5 – Umgang mit Krankheit (20 %): Medikamente, Arztbesuche, Verbandwechsel
  • Modul 6 – Alltagsgestaltung (15 %): Tagesstruktur, soziale Kontakte

Pflegetagebuch führen – die wichtigste Vorbereitung

Mindestens 1 bis 2 Wochen vor dem Termin sollten Sie ein Pflegetagebuch führen. Notieren Sie täglich: Wer hilft wann wie lange wobei? Konkrete Zeitangaben sind wertvoller als Pauschalaussagen. Statt braucht morgens Hilfe besser: Anziehen 15 Minuten, Hilfe beim Reißverschluss und Schuhe binden. Das Tagebuch ist Ihr wichtigstes Belegmittel.

Diese Unterlagen sollten griffbereit liegen

  • Aktuelle Medikamentenliste (am besten vom Hausarzt)
  • Arztbriefe der letzten 2 Jahre
  • Befunde von Krankenhausaufenthalten und Reha
  • Pflegehilfsmittel-Übersicht (Gehrahmen, Rollstuhl, Pflegebett)
  • Schwerbehindertenausweis falls vorhanden
  • Pflegetagebuch (1–2 Wochen)

Tipps für das Gespräch selbst

  1. Eine vertraute Person sollte dabei sein. Insbesondere bei Demenz neigen Betroffene dazu, ihre Fähigkeiten zu beschönigen.
  2. Ehrlich und konkret antworten. Was an einem guten Tag geht, ist nicht der Durchschnitt. Schildern Sie schlechte Tage, nächtliche Unruhe, Stürze.
  3. Nichts vormachen. Der Gutachter erkennt es, wenn die Person normalerweise nicht ohne Hilfe aufsteht.
  4. Eilantrag bei Krankenhaus-Entlassung. Bei Eilfall muss die Begutachtung innerhalb von 5 Arbeitstagen erfolgen. Hinweis im Antrag setzen.

Wie geht es nach dem Termin weiter?

Der Gutachter erstellt ein Gutachten, das innerhalb von 25 Arbeitstagen bei der Pflegekasse landet. Die Kasse schickt den Bescheid. Bei Ablehnung oder zu niedrigem Pflegegrad bleibt 1 Monat Zeit für einen Widerspruch – mit dem Tagebuch und ergänzenden Atteste lohnt sich der oft.

Wir begleiten Sie

Wir bereiten Familien in Grimmen und Stralsund regelmäßig auf die Begutachtung vor. Unsere kostenlose Pflegeberatung gibt Ihnen ein Schema für das Pflegetagebuch und beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Termin.

Quellen

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