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Pflegende Angehörige

Beruf und Pflege vereinbaren: Pflegezeit und Familienpflegezeit

Welche Rechte Arbeitnehmer haben, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird – Pflegezeit, Familienpflegezeit und Pflegeunterstützungsgeld erklärt.

15. September 2026

Angehörige verbindet Arbeit am Laptop mit der Pflege eines älteren Elternteils zuhause

Wenn die Mutter pflegebedürftig wird, wenn der Vater einen Schlaganfall hat – plötzlich muss der Arbeitstag neu organisiert werden. Das Pflegezeit- und das Familienpflegezeit-Gesetz schaffen Anspruchsrahmen, die Arbeitgeber nicht verweigern dürfen.

Pflegezeit – bis zu 6 Monate Auszeit

  • Dauer: bis zu 6 Monate komplette oder teilweise Freistellung
  • Anmeldung: spätestens 10 Arbeitstage vor Beginn schriftlich beim Arbeitgeber
  • Bezahlung: Keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, aber zinsbefreites Darlehen vom BAFzA möglich
  • Rente: Pflegekasse zahlt Rentenversicherungsbeiträge weiter – die Pflegezeit zählt für die Rente
  • Rückkehr: Anspruch auf alten Job oder gleichwertige Stelle

Voraussetzung: Der Arbeitgeber hat mehr als 15 Beschäftigte. Bei kleineren Betrieben besteht kein Rechtsanspruch.

Familienpflegezeit – bis zu 24 Monate reduziert

  • Dauer: bis zu 24 Monate mit reduzierter Wochenarbeitszeit (mindestens 15 Stunden)
  • Anmeldung: spätestens 8 Wochen vor Beginn schriftlich
  • Bezahlung: Reduziertes Gehalt entsprechend Arbeitszeit, zinsbefreites Darlehen möglich
  • Mindestbetriebsgröße: mehr als 25 Beschäftigte beim Arbeitgeber

Die Familienpflegezeit eignet sich, wenn die Pflege langfristig angelegt ist und Sie weiter im Beruf bleiben, aber den Belastungsdruck reduzieren wollen.

Pflegeunterstützungsgeld – 10 Tage akute Verhinderung

Bei einer plötzlichen Pflegesituation (z. B. Krankenhauseinweisung der Mutter) dürfen Sie sofort bis zu 10 Arbeitstage pro Jahr fern bleiben – für die Organisation der Pflege. Sie bekommen Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatz:

  • Höhe: 90 Prozent des Netto-Lohnausfalls (bei beitragspflichtigen Sonderzahlungen 100 Prozent)
  • Maximalbetrag 2026: ca. 135,63 Euro pro Tag
  • Gesamtmaximum: ca. 1.356 Euro für 10 Tage
  • Antrag bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person

Kombination der Ansprüchen

Die 10 Tage akute Verhinderung können Sie zu Beginn nutzen, um die Pflege zu organisieren. Daran anschließend ist Pflegezeit oder Familienpflegezeit möglich. Die Gesamtdauer aller Auszeiten ist auf 24 Monate gedeckelt.

Praxistipp: rechtzeitig mit dem Arbeitgeber sprechen

Auch wenn die rechtlichen Ansprüche bestehen – ein frühzeitiges Gespräch mit dem Arbeitgeber schafft Vertrauen und ermöglicht oft individuelle Lösungen wie Home-Office, flexible Arbeitszeiten oder zusätzliche Pflege-Tage. Viele Arbeitgeber haben mittlerweile eigene Pflege-Programme.

Wir entlasten Sie während Ihrer Arbeitszeit

Wenn Sie weiter arbeiten und parallel pflegen wollen, ist ein Pflegedienst die wichtigste Entlastung. Wir kommen zu festen Zeiten und übernehmen die Versorgung – Sie behalten den Überblick. Termin: Kostenlose Pflegeberatung.

Quellen

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